Beweglicher in 3 Schritten: IMPROVISATION (Teil 3)

Das große FINALE der 3-geteilten Reihe „Beweglicher werden in 3 Schritten“!

Trainingstipps

Wenn Du die ersten beiden Teile noch nicht gelesen hast, empfehle ich Dir dieses HIER (Teil 1: Isolation) HIER (Teil 2: Integration) nachzuholen, damit Du alle Zusammenhänge verstehst.

Mini-Zusammenfassung, was Du bisher gelernt hast:

1.Du bildest zuerst Deine Bodymap aus, d.h. die Wahrnehmung jedes einzelne Gelenk kontrolliert ansteuern zu können (CARs).

2. Du integrierst die Gelenke in komplexere Bewegungsmuster, um beweglicher in einem höheren Bewegungsradius zu werden.

3. Alle Mobility Übungen sollten möglichst spezifisch in der Position bewegt werden, in der Du trainierst.

BEWEGUNGSGEWOHNHEITEN

Im letzten Teil möchte ich Dir einen Teil von Mobility vorstellen, der Dir die Befähigung gibt, Dein Bewegungsrepertoire auf ein neues Level zu heben.
Die Improvisation ist der Teil von Mobility, durch den Du Deine gewohnten Bewegungsmuster sprengst. Du probierst Bewegungen, die Deinem Training
fremd erscheinen mögen, Du versuchst Bereiche oder Positionen zu kontrollieren, die Du vorher nicht trainiert hast.
Da stellt sich Dir womöglich die Frage: warum sollte ich diese Zeit aufwenden, wenn es nicht mit meinem Training zu tun hat?
Das stimmt so nicht ganz… Nur indirekt hat die Improvisation nichts mit Deinem Training zu tun, wenn Du nicht Tänzer oder Turner bist.
Egal wie gut Du bist, wirst Du das ein oder andere Mal in Deinem Gewichtheben Training eine Bewegung nicht ganz konzentriert ausführen und damit in eine Zwangslage kommen, in die Du Deinen Körper bisher noch nicht gebracht hast.
Kurzgesagt: shit happens… 😄

SICHERHEITSPUFFER SCHAFFEN

Sei es im Training oder im Wettkampf, wenn die körperliche und mentale Belastung sowieso schon am höchsten Punkt angelangt ist, ist es enorm wichtig, dass Dein Körper auch Bewegungen abfangen kann, die Du nicht explizit trainiert hast (noch nicht).

Das Ziel der Improvisation ist, Deinen Körper in eben jene „Zwangslagen“ oder nicht-linearen Position stark zu machen.
Besser gesagt widerstandsfähiger.

Wenn ich in meinem Coaching mit Athleten arbeite, kommt leider immer wieder ein bestimmter Leitsatz zum Tragen:

„You’ll get injured in the position you haven’t trained in!“

Verletzungen entstehen immer dann, wenn Dein Nervensystem den Input, die die Bewegung auf Dein System bringt, nicht adäquat verarbeiten kann.
Bedeutet, dass Dein Nervensystem sich nicht sicher genug in einer Position fühlt. Dann kommt es entweder zur Tonusminderung oder -erhöhung (Tonus = neuromuskuläre Spannung).

Was dann mit den Strukturen passiert, wenn sich die Spannung innerhalb einer Bewegung in einem ungünstigen Missverhältnis befinden, wird deutlich was unweigerlich passiert: eine Verletzung.

Jedoch nur, wenn wir nicht trainieren ungewohnte Bewegungen zur Gewohnheit zu machen.

OUT OF THE BOX

„Improvisation“ lässt sich auf mehrere Arten und Weisen trainieren.

Da ich fast immer auch die Frage gestellt bekomme:

„Wie viele Sätze und wie viele Wiederholungen soll ich von der Übung XYZ machen?!“, möchte ich Dir heute vor allem eine Sache für Dein Mobility Training mitgeben.

„Mobility ist kein Sammelsurium von Übungen. Mobility ist ein Konzept!“

Wenn Du beginnst zu verstehen, dass es beim Thema Mobility mehr darum geht, wie Du über Bewegung nachdenkst, als darüber was für Übungen gegen XYZ helfen, hast Du einen wesentlichen Kernaspekt verstanden.

Natürlich hilft es erstmal sich an Übungen entlangzuhangeln (und ich kann hangeln nur stets befürworten 😉). Verliere dabei aber nicht den Blick für das Wesentliche.

Keine Übung der Welt kann Dich beweglicher machen, wenn Du im Alltag für 10-12 Stunden immer nur dieselben Bewegungen machst.

Aus diesem Grund betone ich auch immer wieder den Punkt der „Improvisation“ beim Mobility Training.
Unser Alltag und unser Leben ist eine einzige Improvisation.

Nur stecken wir uns immer gerne in eine Box, um effizienter zu sein.
Machen Dinge immer nach denselben Abläufen und vor allem innerhalb derselben Positionen.

Mal eine Frage: Wann war das letzte Mal, dass Du eine neue Bewegung gelernt hast?

Versteh mich nicht falsch, es ist wichtig, dass wir uns Gewohnheiten schaffen, die uns effizient machen.

Ohne Gewohnheiten, würdest Du in Deinem Gewichtheben Training keine Fortschritte machen, weder bei der Technik, noch beim Gewicht.

Wenn Du Dein Gehirn immer NUR mit denselben Abläufen herausforderst, ist die Nervenzell-Neuverbindung (Neurogenese / neuroplastische Modulation) sehr sehr spezifisch auslegt. Wenn Du aber das Ziel hast, beweglicher zu werden, Dich damit auch weniger zu verletzen und womöglich neue Rekorde an der Hantel aufzustellen, wirst Du von einen reichhaltigeren Bewegungsvokabular profitieren.

Damit komme ich zum Abschluss nochmal auf meinen ersten Satz aus Teil 1 zu sprechen:
„Ich hätte diese 3-teilige Serie auch mit: ‚Was Mobility mit Spanisch lernen zu tun hat‘ betiteln können.“

Sprache der Bewegung

Neue Bewegungen zu lernen ist wie eine Sprache zu lernen.
Dieses Bild möchte ich Dir vor allem aus dem Grund mitgeben, damit Du Dir die 3 Bereiche von Mobility noch besser einprägen kannst.

Wenn Du eine neue Sprache erlernst, fängst Du ebenso zuerst mit einzelnen Vokabeln an (ISOLATION).

Dann gehst Du dazu über diese in Sätzen zu kombinieren (INTEGRATION).

Um dann letztlich frei sprechen, schreiben oder Texte lesen zu können (IMPROVISATION).

Mobility ist für mich der Weg, um ein reichhaltiges Bewegungs-Vokabular aufzubauen, welches mir erlaubt alle erdenklichen Bewegungen stark, beweglich und schmerzfrei ausführen zu können.

Wennauch es nicht Dein Ziel sein mag, dass Du „alle möglichen“ Bewegungen kontrollieren willst, hoffe ich dennoch, dass Du aus dieser 3-teiligen Serie einiges lernen konntest und nun verstehst, was Mobility wirklich ist.

…und das es nicht um langgehaltene Dehnungen geht, sonder um bewusste Ansteuerung, Kontrolle und Kraft in einem hohen Bewegungsausmaß.

DEINE MEINUNG

Wenn Dir diese Serie gefallen hat, bin ich gespannt von Dir zu hören, ob es ein Thema gibt, welches Dich brennend interessiert.

Alles rund um Therapie & Training, Mobility o.ä., um Dich in Deinem Sport, ob Gewichtheben oder Crossfit besser zu machen.

Schreibe mir dazu gerne an:
info@leonvictor.de mit dem Betreff „German Weightlifting Blog“

Ich hänge Dir ebenfalls noch 2 Videos an, die zum heutigen Blogartikel passen.

Bis dahin, wie immer

Keep moving, stay sexy
Dein Leon 🐒

Leon: Mobility Coach und aus den Social Medias auch bekannt als Moving Monkey.

FOLGE MOVING MONKEY

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