Trainingstipps

Faszienrollen sind Zeitverschwendung – Warum Du nicht beweglicher wirst!

Faszienrollen und „Triggerbälle“ erfreuen sich seit dem „Geschmeidig-wie-ein-LeopardHype“ an großer Beliebtheit.

In fast jedem Fitnessstudio gehören sie zur Grundausstattung der „Mobility Area“. Immer wieder lasse ich auf meinen Social Media Kanälen verlauten, dass ich KEIN großer Unterstützer einer Faszienrolle bin.

Im Folgenden erkläre ich Dir:

  • WARUM Du nicht mehr STUNDENLANG herumrollen brauchst
  • WIE Du die Faszienrolle WIRKLICH benutzen solltest
  • WARUM Schmerz beim Rollen NICHT erwünscht ist

Phänomen Faszienrolle

Als das Thema „Faszienfitness“ aufkam, packte sich jeder eine Rolle unter seinen M. gluteus maximus und rollte was das Zeug hält, um die „Verklebungen“ zu lösen.
Bevor ich in die Diskussion einsteige bleibt festzuhalten, dass sich glücklicherweise viel mehr Menschen durch den Faszien Trend mit dem Thema Beweglichkeitstraining auseinandersetzen. Leider haben sich im Fitnessbereich einige Gewohnheiten eingeschlichen, die ich gerne näher beleuchten möchte, da sie Dich von Deiner perfekten Kniebeuge oder Deinem einwandfreien Overhead Squat abhalten.

Rollen, Rollen, Rollen

In Crossfit Boxen sehe ich leider ein Phänomen immer und immer wieder…
Ich möchte eigentlich gar nicht so viel gegen Crossfit sagen, denn wer mein aktuelles Video über Crossfit gesehen hat weiß, dass der Sport einige Vorzüge mit sich bringt (u.a. Gewichtheben bekannter zu machen, was ich nur befürworten kann!). Nicht desto trotz beobachte ich immer wieder, dass das Warm-Up aus 30 Minuten rollen und triggern besteht und dann unter die Hantel gestiegen wird. (Wie das perfekte Warm-Up aussieht, habe ich HIER bereits im Artikel für Dich zusammen gefasst).

Es ist ganz deutlich, welches Problem sich ergibt. Mit dem Rollen schaffst du es eventuell ein erweitertes Bewegungsausmaß zu bekommen, jedoch hast du diese noch nie vorher ordentlich trainiert. Dein Nervensystem kann keine Kontrolle über die neue Range ausüben. Wie ich es in meinem ersten Artikel bereits angesprochen habe, sollte unser Training darauf ausgerichtet sein, unsere Bewegung Qualität zu verbessern. Wenn unsere vorbereitenden Maßnahmen für unser Training sich jedoch nur auf der Rolle abspielen, üben wir keine Bewegungen ein, die für unser Training zuträglich wären.

ZUSAMMENFASSUNG:
30 Minuten Faszienrollen vor dem Training stellt KEIN gutes und ausreichendes Warm-Up dar!

Oberflächensensibilität vs. Tiefensensibilität

Beispielsweise ist ein Teil des Mobility Plans von Max eine kurze Squat Routine.
Diese fokussiert sich darauf, dass er verschiedene Bewegungsmuster durchgeht, auf die
er in seinem Training angewiesen ist:

Diese erlaubt ihm nach seinem spezifischen Warm-Up mit der Langhantel im Training besser auf sein Bewegungsrepertoire zurückzugreifen, da er durch das Mobilitätstraining seine Tiefensensibilität geschult hat.

Würde er nur Zeit auf einer Faszienrolle verbringen, beeinflusst er damit lediglich seine Oberflächensensibilität, welches ihn zwar auch kurzfristig ein höheres Bewegungsausmaß bringen kann, aber er schult sein Bewegungsverständnis nicht in dem Maße, wie er ist mit und durch Bewegung macht.
Jeder Körper ist sehr individuell. Ebenso individuell ist, wie er auf die Stimulation von Rezeptoren reagiert. Mit einer Rolle beeinflussen wir u.a. unsere Druckrezeptoren. Die ganze Diskussion darum, dass wir damit isoliert die Faszien trainieren würden geht absolut in die falsche Richtung! Schließlich beeinflussen wir sowohl durch Bewegung, als auch das Rollen auf einer Faszienrolle immer viele Körperstrukturen auf einmal.

Somit stellt sich für mich immer wieder die Frage:
Wie kann ich meine Zeit im Training effektiv nutzen, um meine sportliche Leistungen oder die meiner Klienten zu optimieren.

Im Coaching beispielsweise teste ich verschiedene Methoden, um den Klienten zu einer besseren Bewegung zu bringen. Bewegung ist immer das zentrale Thema wenn es darum geht schmerzfrei zu sein, sich besser zu fühlen im eigenen Körper und mehr Leistung Training abrufen zu können. Wenn du dich darauf fokussiert deine Bewegungen zu schulen, Deine Gelenke besser ansteuern zu können und stärker zu werden in einem hohen Bewegungsausmaß, erreichst Du mir „nur“ 20 % Aufwand 80 % der Resultate.

ZUSAMMENFASSUNG:
Kein Körpersystem ist wichtiger als das andere, da immer alles betrachtet werden sollte (und vor allem getestet werden muss!). Da wir in Bewegung besser werden wollen, sollte unser Fokus vermehrt auf der Bewegungsoptimierung liegen.

Schmerz

Rollen geht fast immer mit Schmerzen einher. Wenn’s ordentlich ballert und man die Schulter 3 Tage lang nicht mehr bewegen kann, erst dann hat es geholfen.
Ebenso gehe viele Sportler an’s Dehnen heran:

„Ich muss den Muskel so lang ziehen wie möglich!“

Viele übertragen diese Mentalität auf’s Mobility Training, was ein großer Fehler ist. Unser Körper lernt stetig dazu. Er passt sich an und modelliert sich seinen Anforderungen entsprechend um. Willst Du einen dicken Astl haben, curle oft. Willst Du starke Beine für Kniebeugen haben, beuge viel. Aber willst Du „besser“ im Schmerz werden?! Wahrscheinlich nicht. Deshalb provoziere Schmerz so wenig wie möglich. Schmerzfreies Bewegen gilt für den gesunden Athleten, wie auch für Verletzte.

„Aber Leon, nach dem schmerzhaften Rollen fühlt sich das immer so gut an!“ 

Gut eine Frage:
Wenn ich Dir auf die Schnauze haue und dann aufhöre, was fühlt sich besser an? Währenddessen oder im Nachhinein?
Spaß beiseite… diese Analogie soll letztlich unterschreiben, dass es Dir keinen übermäßigen Vorteil verschaffen wird, wenn Du Deinen Körper mit stetigen Schmerzen reizt.

ZUSAMMENFASSUNG:
Wenn Du Dich rollst kann es zwar unangenehm sein, sollte aber nicht in einem Bad aus Krokodilstränen enden. Schmerzfreies Bewegen ist gesundes bewegen.

Faszienrolle – Sinn oder Unsinn?!

Du fragst Dich sicherlich an dieser Stelle, ob die Faszienrolle komplette Zeitverschwendung ist. Oder ob Du dennoch hin und wieder rollen solltest…

Die Rolle ist ein TOOL! Nicht mehr, nicht weniger.

Es ist kein Allheilmittel gegen Verspannungen, Muskelkater oder für eine hohes kraftvolles Bewegungsausmaß! Wenn Du sie verwendest, teste ob es wirklich etwas gebracht hat (ist Deine Bewegungsfähigkeit besser geworden?!). Und als letztes BEWEG DICH! Verbringe mehr Zeit mit Deinem Körper (z.B. mit Mobility oder Gewichtheben…) als mit irgendwelchen tollen Fitnessgadgets.

Bei Fragen zu dem Thema freue ich mich von Dir zu hören!

Schreib mir dazu gerne unter: bananenpost@leonvictor.de

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Dein Leon 🐒

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ÜBER DEN AUTOR

Leon

Mobility Coach und angehender Physiotherapeut

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